„Die Stadt hat die Dramatik der Gasversorgungslage absolut erkannt“

Positiv überrascht zeigen sich die Pulheimer Grünen über das zügige Reagieren der Ver­waltung auf einen Hinweis aus der Fraktion in der letzten Sitzung des Liegenschaftsaus­schusses. Die Verwaltung teilt aktuell mit, die Warmwasserversorgung für bestimmte städtische Turnhallen in den Sommerferien abzuschalten. Betroffen sind u.a. auch die Dreifachturnhallen des Schulzentrums in Brauweiler, wo die Thematik ursächlich aufge­kommen und nachgerade von den Grünen aufgegriffen worden war.

„Wir haben der Verwaltung klar vor Augen geführt, dass die von der Bundesregierung ausgerufene Alarmstufe des Notfallplans Gas auch für Pulheim Konsequenzen haben muss“, so der fachpolitische Sprecher Klaus Groth. Die Grünen hatten die Verwaltung um Prüfung gebeten, welche Heizkessel in den Sommermonaten eine Warmwasserbereitung ausschließlich für den Vereinssport vorhalten. Der Energieaufwand dafür stehe in einem krassen Missverhältnis zum Nutzen.

„Wir sind uns selbstverständlich bewusst, dass eine Abschaltung der Warmwasserversor­gung für einige Sportlerinnen und Sportler zur Folge haben kann, dass sie nach dem Training entweder kalt oder ggfs. zu Hause duschen müssen“, so Groth. Die Grünen sind sich aber sicher, dass die Betroffenen ihren Beitrag zur Einsparung von Gas angesichts der dramatischen Situation bei der Gasversorgung gerne leisten werden.

Anhand der Verbräuche aus den Vorjahren konnte aufgezeigt werden, dass durch eine Außerbetriebnahme der Heizzentrale in den Sommermonaten alleine im Schulzentrum Brauweiler mehr als 150.000 kWh eingespart werden. Das entspricht in etwa 10% des gesamten dortigen jährlichen Gasverbrauchs. Aber es geht noch mehr:

Hintergrund der Anfrage ist die grundsätzlich unwirtschaftliche Betriebsweise bei der Wasserversorgung im Schulzentrum Brauweiler. So sind anlagentechnisch Heizungsan­lage und Warmwasserbereitung miteinander verbunden. Die Verwaltung hat bereits an­gekündigt, dass hier eine Entkoppelung ins Auge gefasst ist.

Die Grünen halten eine kurzfristige Umsetzung dieser geplanten Baumaßnahme für drin­gend erforderlich. Damit sind nicht nur erhebliche energetische Einsparungen garantiert, sondern es würde auch die Voraussetzung dafür geschaffen, die Heizzentrale im Sommer ohne Einschränkungen für die Sportlerinnen und Sportler außer Betrieb zu nehmen.

Die Grünen haben die Verwaltung gebeten, neben dem Schulzentrum Brauweiler noch weitere mögliche Schwachstellen an anderen Schulen aufzuspüren und zu beseitigen. „Angesichts der Dramatik der Gasversorgungslage halten wir verschwenderischen Um­gang mit Gas und städtischen Geldern den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber für nicht mehr vermittelbar“, so die Grünen.

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